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Nachhaltige Ausbildung

Jutta Imkemeier, Referentin Personalentwicklung, verantwortlich für die Ausbildung bei der Gerry Weber International AG, über die strategische Bedeutung des Themas Ausbildung.

Frau Imkemeier, in der Presse liest man immer wieder von der erfolgreichen Ausbildung bei Gerry Weber (Landes- und Bundesbeste etc.). Welche Bedeutung hat das Thema Ausbildung bei der Gerry Weber International AG und können Sie uns hierzu einige Zahlen nennen?

Jutta Imkemeier: Traditionell hat die Ausbildung bei permanenter Weiterentwicklung einen hohen Stellenwert in unserem Unternehmen und ist immer noch „Chefsache“. Das bedeutet, dass sich der Vorstand und die Geschäftsführung immer wieder involvieren – beispielsweise am Tag der offenen Ausbildung, am ersten Ausbildungstag zur Begrüßung der Auszubildenden oder bei der Ehrung von Auszubildenden mit herausragenden Prüfungsleistungen. Besonders stolz sind wir z.B. auf unsere „Modeschneiderinnen“, die immer wieder in den Bestenlisten auf Landes- und Bundesebene zu finden sind.

Dieser Erfolg führt dazu, dass wir eine hohe Wahrnehmung bei Schülern erzielen können und unsere Ausbildungszahlen auf konstant gleichbleibend hohem Niveau gehalten haben. Uns erreichen am Standort Halle ca. 300 Bewerbungen pro Jahr von denen 12 einen Ausbildungsplatz bei uns erhalten. Um diesen Zulauf zu erreichen, pflegen wir enge Kontakte zu den regionalen Schulen, bieten viele Möglichkeiten für Praktika an und beteiligen uns an Jobmessen und an regionalen Berufsparcours.

Was unternimmt Gerry Weber, um seiner sozialen Verantwortung gegenüber jungen Menschen als großes Unternehmen gerecht zu werden?

Jutta Imkemeier: Wir haben uns in diesem Jahr dazu entschieden, zwei jungen Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen bisher keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hatten, eine kaufmännische Ausbildung zu ermöglichen. Der Auswahlprozess fand in enger Abstimmung mit dem Job Center in Halle statt.

Sie sprechen gerne von einer Vielfalt  an Möglichkeiten, die den Auszubildenden während (und auch nach) der Ausbildung angeboten werden.  Nennen Sie doch mal einige herausragende Schwerpunkte, die Auszubildende bei Gerry Weber erwarten?

Jutta Imkemeier: In unserer Ausbildung handeln wir grundsätzlich nach dem Prinzip „fordern und fördern“. Uns ist wichtig, dass unsere Auszubildenden engagiert, selbständig und leistungsorientiert sind.
Wir unterstützen dies durch interne Weiterbildungsmaßnahmen und eine ausgeprägte Feedback-Kultur.
Die Auszubildenden lernen die gesamte Prozesskette in den kreativen, technischen und kaufmännischen Bereichen kennen, d. h. vom Design, über die Herstellung bis zum Verkauf unserer Produkte  in unseren Houses of Gerry Weber. In jedem Bereich bearbeiten sie eigenständige, verantwortungsvolle Aufgabenstellungen und sie erhalten nach  jeder Station ein Feedback.

Höhepunkte sind dann Einsätze an internationalen Standorten, bei den Gerry Weber Open oder auf Messen. Aktuell vergeben wir 3 Plätze für internationale Standorte, wie z. B. Shanghai, London, Kopenhagen oder Helsinki,  für die sich die Auszubildenden bewerben können. Für die Vergabe kommen diejenigen in Frage, die durch besondere Leistungen, herausragendes Engagement auffallen und denen wir die erforderliche Selbständigkeit an einem internationalen Standort  zutrauen.

Wir freuen uns sehr, wenn sich Fachabteilungen, die Positionen zu besetzen haben, schon frühzeitig um sehr gute Auszubildende bemühen und wir damit eine Übernahme sicherstellen können.

Das bedeutet also, dass Ihre Auszubildenden bereits Bestandteil des Personalentwicklungskonzepts sind. Welche Weiterbildungsmaßnahmen führen Sie denn mit den Auszubildenden durch und welchen Wert haben diese für Gerry Weber?

Jutta Imkemeier: Flankierend zur Ausbildung sind die auf das Unternehmen zugeschnittenen Weiterbildungsmaßnahmen eine wichtige und wertvolle Ergänzung. So führen wir regelmäßig Weiterbildungen  in den Bereichen Englisch mit international anerkanntem Abschluss, Telefontraining, Präsentationstechniken, Prüfungsvorbereitung, zeitgemäße Geschäftskorrespondenz, soziale Kompetenzen und Teamtrainings durch. Für uns ist dies wichtig, um den Auszubildenden das notwendige Rüstzeug für ihren späteren Einsatz im Unternehmen mitzugeben.

Lassen Sie uns abschließend einen Blick in die Zukunft wagen. Welche Veränderungen sehen Sie auf Gerry Weber und andere Unternehmen im Bereich Ausbildung in den nächsten 5 Jahren zukommen?

Jutta Imkemeier: Wir sind davon überzeugt, dass sich die frühzeitige Einstellung auf den demografischen Wandel durch Nachhaltigkeit in der Ausbildung positiv auswirken wird.
Sicher werden sich auch Veränderungen in der Kommunikation durch soziale Netzwerke oder veränderte Lernformen, wie z. B. E-Learning oder Webinare, Virtuelle Lerngruppen ergeben.

Gleichzeitig sehen wir, dass es zukünftig verstärkter Anstrengungen bedarf, um Auszubildende frühzeitig auf die praktischen Anforderungen in den Unternehmen vorzubereiten. Das funktioniert nur durch eine gute Abstimmung zwischen Unternehmen, Berufsschule, Weiterbildungsanbietern und Elternhaus.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Frau Imkemeier.

Ich danke Ihnen.

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